english VersionDeutsche Version Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig, Institut für Parasitologie (Institutsdirektor: bis 30.Sept.2001 Prof. Dr. Regine Ribbeck; ab 01.Okt.2001 Prof. Dr. A. Daugschies)
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Präparation von Federmilben

Das Anfertigen von Dauerpräparaten ist einerseits für eine sofortige Artbestimmung der Federmilben notwendig, andererseits werden so später notwendige Korrekturen infolge neuer Erkenntnisse ermöglicht. Auch für das Anfertigen von Fotografien eignen sich diese Präparate besonders gut. Der Aufbau einer Sammlung dauerhaft präparierter Milben ist für morphologische und systematische Studien dieser Parasiten unumgänglich.

Da es sich bei Federmilben um kleine, zarte Objekte handelt, von denen oft nur wenige Exemplare verfügbar sind, sind Präparationsmethoden mit mehreren Arbeitsgängen, bei denen die Milben verloren gehen oder beschädigt werden können, wenig geeignet.


Bei unseren Präparationen hat sich folgende Methodik bewährt:

    Untersuchung der Feder unter dem Stereomikroskop und Entnahme der Federmilbe mit einer kleinen Insektennadel (evtl. anfeuchten).
    Verbringen der Milben in einen kleinen Tropfen Berlese-Mischung*, der sich auf einem Objektträger befindet.
    Auflegen eines Deckglases (runde Deckgläser ermöglichen das Ausbreiten der Berlese-Mischung nach allen Seiten, wobei die Milbe in der Mitte verbleibt).
    Sofortiges Auflegen des Objektträgers auf eine Wärmeplatte (60°C). Dadurch wird das schnelle Ausbreiten der Berlese-Mischung unter dem Deckglas gefördert und noch lebende Milben werden sofort abgetötet.
    Durch längeres Liegen der Präparate auf der Wärmeplatte (ca. 2-12 Stunden) strecken die Milben die Extremitäten, was sehr wichtig für deren Untersuchung und Bestimmung ist.
    Durch die Wärme diffundiert die Berlese-Mischung besser in die Milbe und hellt diese durch ihre starke Lichtbrechung auf. Einzelheiten, wie z.B. Borsten oder Schilde treten dadurch deutlicher hervor.

Da es sich bei der Berlese-Mischung um ein wasserlösliches Einbettungsmedium handelt, ist es auch möglich, durch Einlegen des Präparates in Aqua dest. das Objekt nach Ablösen des Deckglases wieder zu entnehmen, um es z.B. in Alkohol aufzubewahren. Die Aufhellung ist in diesem Fall wieder aufgehoben. Soll das Präparat als Dauerpräparat für eine Sammlung dienen, umschließt man es nach längerer Trocknung (mehrere Monate im trockenen Raum oder im Trockenschrank bei ca. 28 - 30°C) mit einem wasserunlöslichen Medium. Wir benutzen dazu "Roti Histokitt", ein Einbettungsmedium aus der Histologie, das den luftdichten Abschluss der Berlese bewirkt. Dieser Arbeitsgang ist anzuraten, da die Berlese-Mischung hygroskopisch ist.

Die so hergestellten Präparate sind viele Jahre haltbar. Persönliche Erfahrungen über die Haltbarkeitsdauer liegen uns für die letzten sieben Jahre vor. Aufgrund der sehr guten Qualität dieser Präparate nach diesem Zeitraum hoffen wir auf eine wesentlich längere Haltbarkeit.

Da diese Präparate gute Vorraussetzungen für das Anfertigen von Mikrofotos bieten, ist das Anfertigen einer parallelen Fotosammlung zu empfehlen.




*Zusammensetzung und Herstellungsanleitung der Berlese-Mischung:

- 30 g Gummi arabicum in Stücken wird in 50 ml Aqua dest. gelöst (Auflösung dauert etwa 3 Tage).
- 20 ml Glycerin und danach 200 g kristallines Chloralhydrat werden dazugegeben (Lösungsdauer 3 weitere Tage).
Die zähflüssige Lösung wird gut verrührt und filtriert (Filtrationsdauer 3-4 Tage, dabei geht ca. ein Drittel der Mischung verloren!).