english VersionDeutsche Version Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig, Institut für Parasitologie (Institutsdirektor: bis 30.Sept.2001 Prof. Dr. Regine Ribbeck; ab 01.Okt.2001 Prof. Dr. A. Daugschies)
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I. Morphologie der Federmilben
II. Morphologie der Federspulmilben
III. Morphologie der Federbalgmilben
IV. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen (REM)


I. Morphologie der Federmilben

Detaillierte morphologische Kenntnisse sind für die Bestimmung von Federmilben unabdingbar. Auf Grund der außergewöhnlich großen Artenfülle gibt es zum Teil beträchtliche Unterschiede im Erscheinungsbild dieser Milben. Zusätzlich existiert in der Regel ein recht deutlicher Geschlechtsdimorphismus und die juvenilen Entwicklungsstadien (Larve, Protonymphe, Tritonymphe) unterscheiden sich ebenfalls von den adulten Milben. Besonders über diese juvenilen Entwicklungsstadien existieren für viele Arten wenig oder keine Angaben zur Morphologie. Auf der anderen Seite sind aber auch die morphologischen Unterschiede zwischen nahe verwandten Milbenarten oft nur minimal.

Der Körper der Federmilben besteht aus dem Gnathosoma mit den Mundwerkzeugen und dem kompakten Idiosoma, an dem die gegliederten 4 Beinpaare inserieren. Larven besitzen nur 3 Beinpaare.

Gnathosoma
Das meist quadratische Gnathosoma ist nur für wenige Arten genau untersucht (z.B. Proctophyllodes quadrisetosus). An der Basisstruktur, dem Subcapitulum, befinden sich die Mundwerkzeuge, die paarigen Chelizeren und die paarigen zweigliedrigen Palpen, von denen das etwas längere basale Glied drei Borsten und das etwas kürzere apikale Glied 2 Solenidien besitzt. Die scherenförmige Enden der Chelizeren bestehen aus einem inneren beweglichen und einem äußeren unbeweglichen Schenkel, die üblicherweise am Innenrand gezähnt sind. Ein weiterer Bestanteil des Gnathosomas ist das Rutellum, dessen Ränder ein kleines dreieckiges Hypostom oft verdecken.

Idiosoma - dorsale Seite
Federmilben besitzen auf dem dorsalen Vorderkörper einen bei verschiedenen Taxa charakteristisch gestalteten, gut sichtbaren, meist glatten oder gelegentlich bei einigen Arten auch ornamentierten Prodorsalschild mit jeweils einem Paar innerer und äußerer Scapularborsten. Auf dem dorsalen Hinterkörper befindet sich ein Histerosomatalschild, dessen Form je nach Art ebenfalls stark variieren kann. Der Körperhinterrand weiblicher Federmilben ist bei vielen Arten abgerundet oder es existiert durch das Vorhandensein von zwei Terminallappen ein Spalt, an dem sich dann häufig noch schwertförmige Anhänge befinden können (z.B. Proctophyllodidae). Der Hinterrand der Männchen kann je nach Art sehr unterschiedlich gestaltet sein (abgerundet, mit deutlichem Spalt, Terminallappen, blättchenförmige Anhänge, verschieden gestaltete Borsten).

Idiosoma - ventrale Seite
Auf der ventralen Seite des Idiosomas befinden sich die Epimeren. Diese stark sklerotisierten "Leisten" können untereinander verwachsen sein, so dass z.B. durch Verbindung der Epimeren des 1. Beinpaares "V-förmige" oder "Y-förmige" Strukturen entstehen. Auch die Epimeren der hinteren Beinpaare können in mannigfaltiger Form ausgebildet sein und durch sekundäre Sklerotisierungen untereinander verbunden sein. Die männlichen Geschlechtsorgane befinden sich auf der Ventralseite (Epiandrum, Genitalscheiben), ihre Gestalt und Lage variiert innerhalb der verschiedenen Taxa. Die Männchen vieler Arten besitzen am Hinterende Analhaftnäpfe sowie sklerotisierte Strukturen (Paragenitalapodema, Zirkanalapodema, Preanalsklerite) und viele andere Modifizierungen, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann. Die weiblichen Geschlechtsorgane sind in der Regel weniger modifiziert als die männlichen. Der oft von Latigynalplatten flankierte und kranial von einem meist hufeisenförmigen und stark sklerotisierten Epigynum umrahmte Oviporus befindet sich meist in Höhe des 2. bzw. 3. Beinpaares. Das Vorhandensein oder Fehlen spezieller Borsten auf dem ventralen und dorsalen Idiosoma, deren Form und Länge sowie die relative Position zueinander stellen wichtige Bestimmungsmerkmale für Federmilben dar. Die Kenntnis dieses Beborstungschemas ist für eine erfolgreiche Determination der Milben unerlässlich, die Arbeit von Atyeo und Gaud (1966) liefert, neben notwendiger Spezialliteratur der einzelnen Taxa, dafür das notwendige Rüstzeug.

Extremitäten
Die gegliederten Extremitäten der Federmilben sind über die Coxae mit dem Idiosoma verbunden. Sie bestehen aus Coxa, Trochanter, Femur, Genu, Tibia, Tarsus und Prätarsus. Bei einzelnen Taxa können Femur und Genu ganz oder teilweise, an einem oder mehreren Beinpaaren verschmolzen sein. Das 1. und 2. Beinpaar ist nach vorn, das 3. und 4. Beinpaar nach hinten gerichtet. Bei einzelnen Gattungen sind Apophysen an den Extremitäten zu sehen. Der Prätarsus besteht aus Krallen, einem diskusförmigen Ambulacrum mit unterschiedlich geformten Skleriten darin und vom Zentralsklerit ausgehenden paarigen Condylophoren, die mit der Tarsalspitze artikulieren. Die Extremitäten sind mit in Anzahl und Position wenig variierenden Borsten und Solenidien versehen. Besonders bei Arten mit heteromorphen Männchen können die Beinpaare hypertrophiert sein.


Lit.:
Atyeo, W.T. and J. Gaud (1966): The chaetotaxy of sarcoptiform feather mites (Acarina: Analgoidea). J. Kansas Entomol. Soc.; 39: 337-346.
Gaud, J.; Atyeo, W.T. (1996): Feather mites of the world (Acarina, Astigmata): The supraspecific taxa. Part I. Annalen Zoologische Wetenschappen; 277: 17-39.


IV. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen (REM)

Dank freundlicher Unterstützung durch die Bildautoren Prof. Dr. Heinz Duelli aus Dornbirn (Österreich) und Rouven Schipflinger, Lauterach (Österreich) dürfen wir 3 Aufnahmen der Federmilbe des Weißstorches (Cicionia cicionia) der Gattung Xoloptes sp. veröffentlichen.